Befreiungsfeier KZ Mauthausen 2026

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81 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen wurde gestern in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Tausende Menschen aus vielen Ländern kamen zusammen – Überlebende, Angehörige, Jugendliche, internationale Delegationen und Initiativen. Gemeinsam zogen sie über jenes Gelände, auf dem Menschen entrechtet, gequält und ermordet wurden.

Auch eine Delegation der Volkshilfe Oberösterreich nahm an der Internationalen Gedenk- und Befreiungsfeier teil. Die Kranzniederlegung für die Volkshilfe OÖ erfolgte durch Abgeordnete zum Nationalrat und Vorsitzende der Volkshilfe Perg Sabine Schatz, Volkshilfe-Vorstandsmitglied Claudia Kutzenberger sowie den Vorsitzenden der Volkshilfe Wels-Kirchdorf und Vorsitzenden-Stellvertreter der Volkshilfe OÖ Johnny Reindl-Schwaighofer.

Die diesjährige Befreiungsfeier stand unter dem Schwerpunkt „Täterinnen und Täter“. Es ging um jene, die das System des Nationalsozialismus ermöglicht, organisiert, mitgetragen oder durch Schweigen unterstützt haben. Und es ging um die Frage, wie schnell Menschen beginnen, andere Menschen zu entmenschlichen.

Willi Mernyi erinnerte in seiner Rede daran, dass das große Böse nicht plötzlich vom Himmel fällt. Es beginnt dort, wo Menschen abgewertet werden. Wo Rassismus, Menschenfeindlichkeit und Gleichgültigkeit in eine Gesellschaft einsickern und irgendwann als normal gelten.

Besonders bewegend war die Anwesenheit der Zeitzeug*innen Lucy Waldstein, Katja Sturm-Schnabl und des KZ-Überlebenden Piotr Kawa. Ihre Anwesenheit macht sichtbar, dass die Verbrechen des Nationalsozialismus keine abstrakte Geschichte sind. Sie haben Gesichter, Stimmen und Geschichten. Und sie erinnern uns daran, wie wichtig es ist, wachsam zu bleiben.

Was gleichzeitig Hoffnung macht: die große internationale Beteiligung, besonders die beeindruckende Delegation aus Italien mit vielen jungen Menschen, sowie die starke Präsenz zahlreicher Jugendorganisationen. Gerade sie zeigen, dass Erinnerung weitergetragen wird. Dass junge Menschen hinschauen, Verantwortung übernehmen und laut widersprechen, wenn Menschenfeindlichkeit wieder salonfähig gemacht werden soll.

Gerade heute, in einer Zeit, in der Rechtsextremismus, Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit wieder lauter werden, ist Mauthausen nicht nur ein Ort des Erinnerns. Es ist ein Auftrag.

Nie wieder bedeutet nie wieder. 🕯️❤️